Die klassische Schubkastenführung

Jetzt ist das erste Lehrjahr fast geschafft. Zum Schluss haben wir uns in der Schule mit der klassischen Schubkastenführung beschäftigt, die wir in 2 Jahren auch bei unserem Gesellenstück anwenden müssen.

Die klassische Schubkastenführung im Schnitt.

Die Streif-, Lauf-, Kippleiste sind für die Führung des Schubkastens zuständig. Natürlich gibt es heute auch andere Führungen, wie z.B. mechanische Schubkastenführungen, doch im Gesellenstück wird immer noch die klassische Variante gefordert. Deshalb haben wir das auch nach der oben gezeigten Zeichnung gebaut 🙂

Hier habe ich die Leisten schon am Corpus angebracht.

Wichtig: Die Schrauben müssen gesenkt und nicht bündig eingedreht werden, wie man es sonst von den Werkstücken kennt, sondern ein bisschen tiefer sitzen, da der Schubkasten sonst nicht sauber auf den Leisten läuft bzw. geschoben werden kann.

Der Schubkasten läuft und sitzt sauber auf den Leisten auf.

 

Moderne Technik: sinnvoll oder eher nicht?

Die moderne Technik ersetzt oftmals älteste Handarbeiten, aber die alte traditionelle Handwerkskunst wird sie nie ersetzen können. Und die Erfahrungen eines qualifizierten Mitarbeiters erst recht nicht …
Doch gerade CNC Fräsen machen das Leben eines Schreiners um Einiges leichter.

Hier ein Beispiel aus unserer Firma:
Ein Kunde von uns besitzt eine alte Wassermühle. Leider sind die Mühlenzähne nach langer Zeit komplett verschlissen. So kamen wir wieder ins Spiel! Unsere Aufgabe: Die Restaurierung von 150 Mühlenzähnen.

Problem an der Sache war, dass die Mühlenzähne nicht mehr zu restaurieren waren. Also mussten wir 150 Mühlenzähne komplett neu anfertigen. Früher wurden diese individuell per Handarbeit hergestellt. Das kann heutzutage aber definitiv keiner mehr bezahlen. Also haben wir ein CNC Programm geschrieben. So wurden 150 historischen Mühlenzähne für eine wassergetriebene Getreidemühle auf der CNC gefräst …

Das Innere der Mühle.

Früher wurde jeder einzelne Zahn individuell angepasst und hergestellt.

Heute alles per CNC.

Das Einspannen war bei dieser Fräsung gar nicht so einfach …

Unsere gefrästen Mühlenzähne.

Prüfung geschafft und die Belohnung kommt

Heute kann ich euch endlich mal wieder was von mir berichten. Unsere Prüfungen vom 1. Lehrjahr sind vorbei und sind bei mir echt super verlaufen. Leider darf ich euch keine Bilder von unserem Prüfungsstück zeigen.

Wenn ihr das Wort PRÜFUNG hört, dann gibt es bei euch schon eine Blockade oder ihr bekommt Angst? Macht euch nicht verrückt! Die Prüfung im 1. Lehrjahr schafft wirklich jeder, der im Unterricht ein bisschen dabei war. Einfach konzentrieren, bei dir selbst und dem Werkstück bleiben und los geht’s. Dann sind die 12 Stunden Arbeitszeit schneller vorbei als man denkt. Kann man auch durchfallen? Ja, kann man, aber es ist fast nicht zu schaffen … bei uns haben alle 25 Schüler erfolgreich bestanden! 🙂

Zu fertigen hatten wir einen Stummen Diener mit Zinken und auch mit Acrylglasbearbeitung. Also geschwitzt haben wir in diesen 12 Stunden wirklich alle, denn die Zeit war sehr knapp, dennoch bin ich mit mir echt zufrieden. Am zweiten Tag konnte ich richtig Gas geben, da meine Zinkung verleimt war und bin letztendlich mit meinem Werkstück auch fertig geworden.
Das 1. Lehrjahr ist somit so gut wie geschafft und das 2. Lehrjahr kann kommen!

Jetzt aber weg von der Prüfung und noch einmal zu meinem Beistelltisch.
Als „Belohnung“ durften wir dann auch schon ein Tag nach der Prüfung an unserem Beistelltisch weiter machen und ihn fertigstellen. Jeder war gespannt, wie sein Furnierbild nach dem Lackieren aussieht, denn da kommen die Farben des Holzes erst richtig zur Geltung.
Hier habe ich mal ein paar Beispiele fotografiert, was man alles aus Furnier machen kann. Die Tischplatten bzw. Beistelltische sind hier schon fertig lackiert und bereit zum mit nach Hause nehmen. 🙂

Unsere selbstgestalteten Tischplatten.

Wie ihr seht, hatten wir alle sehr unterschiedliche Ideen und auch unterschiedliche Holzarten. Jeder Beistelltisch ist auf seine eigene Art und Weise schön geworden.

Gesellenstücke 2017 und das 2. Lehrjahr

Heute hatten wir den letzten Tag in der Berufsschule und sind dadurch so gut wie im 2. Lehrjahr. Kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her ist, seit ich mit der Ausbildung angefangen habe! Gestern haben wir uns die Gesellenstücke der Azubis im 3. Lehrjahr ( also jetzt Gesellen) angeschaut, dabei gibt es echt fantastische Stücke! Ich habe leider nur ein paar Fotos machen können, doch ich bin mir sicher, das die ganzen Fotos bald auch online sein werden! Ich hoffe, dass ich in 2 Jahren etwas auch nur halb so Schönes anfertigen kann 😀

Mal etwas anderes – in Betonoptik.

Mit drehbarem Weinfassbrett.

Die Maserung des Furniers ist schön beibehalten

Integrierter Plattenspieler!

Aufwendigste Furnierarbeit!

Halb modern halb Europalette – sehr schick!

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Es gibt viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen man seine Kunden individuell beraten und beeindrucken kann. Viele sind immer noch der Meinung ein Schreiner wäre nur ein Profi im Holzbereich. Doch ein Tischler muss nicht nur mit Holz, sondern auch mit vielen anderen Werkstoffen umgehen können. Bei uns werden oft auch Unikate aus Glas, Kunststoff und Metall hergestellt. In der Regel natürlich verbunden mit Holzwerkstoffen. Selbstverständlich kann jeder der genannten Werkstoffe durch eine besondere Oberfläche individuell gestaltet werden. Aber nun genug erzählt…

Eine Medienlösung aus hinterlackiertem Glas …

Modernes Design und trotzdem zeitlos!

 

Oberflächengestaltung

Es gibt viele verschiedene Arten der Oberflächengestaltung. Es gibt viele Dekore, Beschichtungen, Möglichkeiten der Lackierung, Furniere oder ähnliches. Doch ein Kunde von uns wollte eine ganz speziell angefertigte Oberfläche. Es sollte eine unterschiedlich geriffelte Eichenoberfläche entstehen. Durch verschiedene einzelne Programmierungen der Frässchritte habe ich diese Oberfläche herstellen können. Die Frässchritte habe ich so programmiert, dass die Fräsungen nacheinander ablaufen und aufeinander abgestimmt sind.

So sieht die Programmierung des Werkstückes aus.

Mal ausprobieren, ob es klappt …

Es hat funktioniert!

Ein individuell gestalte Oberfläche, die Interesse durch ihre Struktur weckt. Die Eiche wird anschließend noch geölt …

Recycling aus betrieblichen Resten

Wir haben vor kurzem Badezimmermöbel für einen Kunden hergestellt. Für die Fronten haben wir mit Eiche furnierte Tischlerplatten benutzt. Was Furnier eigentlich ist, hat euch Jonas bereits in einem älteren Artikel erklärt. Nach dem Auftrag waren einige Reste übrig, die ich mir fix unter den Nagel gerissen habe, bevor sie in der Tonne landen! Ein guter Freund von mir hatte Geburtstag und fand meine Düsseldorfer Skyline Idee aus Wolle und Nägeln schön. Daher habe ich die Gelegenheit genutzt und ihm zum Geburtstag etwas Ähnliches gebastelt. Die Reste habe ich erst zurechtgeschnitten und mit Eichenkanten versehen. Das Ganze habe ich dann fein geschliffen, gerundet und anschließend geölt, damit die Maserung etwas angefeuert wird. Zuhause habe ich dann das Motiv ausgedruckt, mittig positioniert und mit Klebeband befestigt um dann die Konturen zu nageln. Ich bin dann mit der Wolle im Zufallsprinzip um die Nägel gegangen um das Motiv auszufüllen. Zum Schluss habe ich Buchstaben mit weißem Lack versehen, um das Wort „Underground“ zum Vorschein zu bringen. Mein Kumpel hat sich sehr gefreut!

Das fertige Bild an der Wand.

Jetzt kann es mit der Wolle weitergehen!

Das Nageln ist ziemlich zeitaufwendig.

Zirikote …

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass meine Handyhülle immer schlechter aussieht und langsam Kratzer bekommt und ihre Farbe verliert.
Um das zu ändern wollte ich versuchen, es mit Zirikote zu verschönern….
Was soll das denn sein?
Zirikote, ist ein  Furnier des gleichnamigen Baumes aus Amerika.
Es ist wild gemasert, sehr dunkel und besitzt einen gelben Splintholzbereich.
Aber schaut selbst:

Kleine Spielerei am Rande

Vor Kurzem habe ich zusammen mit meinem Vater nach der Arbeit eine Idee gehabt. Da wir gerne Gitarre spielen und mittlerweile so einige nette Instrumente haben, sollte ich einen weiteren Gitarrenständer entwerfen. Irgendwie bin ich allerdings von der Idee des Baus eines Gitarrenständers zu einem kompletten Gitarrenkorpus gelangt. Um mich nochmal mit unseren technischen Highlights zu befassen, habe ich mich dazu entschieden, eine der E-Gitarren mit Hilfe unseres 3D-Aufmaß-Systems zu vermessen. So erhalte ich die genaue Kontur der Gitarre und diese zugleich als digitale Polylinie. Nach einigem Ausprobieren habe ich nun die Kontur als digitale Polylinie auch auf dem Rechner. Jetzt wird die Polylinie mithilfe eines Zeichenprogramms auf dem Computer noch einmal bearbeitet. Danach wird die Kontur in ein CNC-Fräsprogramm umgeschrieben. Nach erfolgreicher Programmierung, muss die Kontur nur noch auf der CNC gefräst werden. Leider bin ich dazu noch nicht gekommen. Aber es werden bestimmt bald erste Fräsversuche in MDF folgen. MDF wird natürlich nur zum Ausprobieren der Fräskontur gewählt 😉

Es kann los gehen mit dem digitalen erfassen der Gitarre

Die grobe Kontur der Gitarre habe ich nun schon, aber es ist noch viel Arbeit nötig, damit die Kontur so ist, wie ich sie mir vorstelle… Aber als Grundlage nicht schlecht 😉

Auch das 1. Lehrjahr muss bestanden werden

Das erste Lehrjahr neigt sich dem Ende. Da wir im ersten Lehrjahr komplett in der Schule sind, müssen wir auch hier eine Prüfung ablegen. Diese  Prüfung steht bei uns Anfang Juli an.

Die Prüfung besteht überwiegend aus praktischen Aufgaben. Um genau zu sein aus:

  • einem kleinen schriftlichen Teil (ein paar Fragen beantworten)
  • einer Arbeitsablaufplanung
  • einer Fertigung eines Werkstücks
  • einer Maschinen-Prüfung (TSM1)
  • einem Fachgespräch

Insgesamt haben wir für unsere Prüfung, d.h. für alle aufgezählten Punkte außer dem Fachgespräch, nur 12 Stunden Zeit (auf zwei Tage verteilt). Da muss man echt schauen, dass wir nicht zu langsam arbeiten, sonst wird die Zeit wirklich knapp.
Wir bekommen also von unseren Lehrern bzw. vom  Land Baden-Württemberg eine Zeichnung vorgelegt und müssen dieses Werkstück dann herstellen. Davor müssen wir jedoch eine Arbeitsablaufplanung erstellen, dass man sieht, ob wir uns gut organisieren können. Um im folgenden Lehrjahr einen Teil an den Maschinen fertigen zu dürfen, machen wir in diesen 12 Stunden auch unsere Maschinen Prüfung. Bei der müssen wir alles über deren Einstellung bis hin zu den spezifischen Gefahren wissen. Nach den 12 Stunden findet noch ein Fachgespräch mit unserem Lehrer statt, in dem wir uns auf fachlicher Ebene über das gefertigte Werkstück unterhalten.

Ich bin mal gespannt, was wir fertigen dürfen!