18 Stunden

Der Countdown zum Start des letzten Stückes läuft und die 3 französischen Teilnehmer stehen bereit um bei ertönen des Signals an ihre Hobelbänke zu rennen.

18 Stunden sind für das letzte Projekt angesetzt, ein moderner Schreibtisch in Eichenfurnier.
Die Platten hierfür wurden zwar im Vorfeld schon furniert und grob zugeschnitten, aber der Zeitplan ist trotzdem sehr straff angesetzt.
Szenen in denen von Hobelbank zur Kreissäge mit einem kleinen Wagen gerannt wird sind keine Seltenheit.
Jedoch muss man auch sagen, dass sie auch bestens organisiert sind um diese Leistung zu bringen.  So darf zum Beispiel das Klett-Armband (mit dem sie ihre Stifte und ein paar kleinere Werkzeuge an ihrem Arm verstauen) nicht fehlen.

Eine Stirnlampe ist ebenfalls am Start

Das „Klett-Armband“

Fertigung der Schwalbenschwanzverbindung für die Schubkästen

Nach den 18 Stunden gibt es nur einen Tisch der gerade pünktlich fertig geworden ist, bei den anderen zwei fehlen leider ein paar Kleinigkeiten.

Mal was ganz anderes…

Ein Schreiner/Tischler ist hauptsächlich im Möbelbau unterwegs. Doch durch unsere Ausbildung, Meisterprüfung und viele weitere tolle Weiterbildungsmaßnahmen, erlangt ein Schreiner/Tischler nicht nur ein großartiges Vorstellungsvermögen, sondern ist auch in der Lage eigenständig ein Objekt zu entwerfen, zu gestalten und im Anschluss zu produzieren. In der Regel stehen auf unseren Arbeitszetteln Küchen, Badezimmer, Schlafzimmer, Büroräume, Konferenzräume oder ähnliche Ausbauten. Und jetzt stand plötzlich auf einem dieser Zettel ,,Demo Box“… Was soll denn das für ein Teil sein?
Eigentlich ganz einfach:
Es ist eine eine Box in der etwas zu Präsentationszwecken demonstriert wird. Daher muss so eine Box ohne Probleme schnell von Kunde zu Kunde bewegt werden. Ohne großen Aufwand muss der Inhalt der Box Einsatzfähig sein. Da die Box viel bewegt wird, muss zum einen der Inhalt der Box sicher von Kunde zu Kunde gelangen und zum anderen muss die Box auch von Außen sehr stabil sein. Denn wenn man mit einer zerkratzten, verbeulten oder ähnlicher Form einer Box zum Kunden fährt, ist der erste Eindruck nicht gerade positiv.
Also der perfekte Job für einen Schreiner!
Seht selbst was für eine Demo Box bei uns in der Firma entwickelt worden ist!
Die Planung, Gestaltung und Produktion wurde selbstverständlich in der Schreinerei Klinkenberg durchgeführt!

Von außen stabil und durch die Tragegriffe und die Rollen einfach zu transportieren!

Aber was beinhaltet die Box?

Klappen wir sie doch einfach mal auf

Und öffnen die kleine Türe 😉

Und es erscheint ein transportgeschütztes Display und ein Drucker…

Der Drucker ist ausziehbar und sofort nutzbar!

Hier kann man verschiedenste Geräte anschließen! So ist die Box individuell nutzbar!

Das Kabel muss man vor Ort nur an den Anschluss der Box anschließen und das Kabel in die nächst gelegnen Steckdose stecken. Und sofort ist die Box komplett nutzbar und voll funktionstüchtig!

Da steht sie! Unsere kleine Demo Box…

Tischler Treffen in Bochum

Vergangenes Wochenende haben wir einen Klassenausflug nach Bochum zum Tischler-Treffen gemacht. Dort gab es eine kleine Messe, viele gute Vorträge und sehr gutes Essen! Es gab viele verschiedene Aussteller wie beispielsweise „Hilti“ oder auch „Die Freunde Nepals e.V.“. Letztere bieten Azubis an, 2 Wochen in Nepal zu verbringen, um beim Bau von Häusern zu helfen. Dies hat mich persönlich und ein paar meiner Mitschüler sehr interessiert, vielleicht werde ich dem auch nachgehen!

Ansonsten gab es beim Treffen auch verschiedene Vorträge. Eines der Vorträge wurde von Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner geführt. In seinem Vortrag ging es hauptsächlich um Fairness im Beruf sowie zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Er hat dabei viele Vergleiche zu seiner Tätigkeit als Schiedsrichter gezogen und hat alles sehr interessant gestaltet!

Bei dem Treffen gab es auch Verpflegung in Form eines kleinen Buffets Freitag und Samstag Nachmittag. Das Essen war hervorragend und der Service war auch stets bemüht leere Flaschen mit neuen zu tauschen, ganz großes Lob!

Ansonsten gab es auch viele Gewinnspiele, kleine Spielereien und natürlich viele Werbegeschenke wie beispielsweise Zollstöcke, USB-Sticks mit Werbefilmchen und Bleistifte ohne Ende 😀 Alles in allem hat uns das Treffen sehr gut gefallen!

Ein Teil der Messe

Carrera Rennbahn Gewinnspiel. Hauptpreis war ein Wochenende mit einem Maserrati!

Gewinnspiel Kicken von Born2BeTischler

Der Hilti Stand

Es muss auch alles getestet werden!

 

World Skills 2017

Kaum wieder auf Arbeit angekommen, sind auch schon wieder spannende Sachen am Laufen …
Denn, nach der großen Reinigung unserer Werkshallen, bekamen wir Besuch von drei jungen Tischlern aus Frankreich.
Einer dieser drei wird an den World Skills 2017 in Abu Dhabi teilnehmen.
Um bestens darauf vorbereitet zu sein, nutzen sie diese Trainingswoche, um in einem völlig fremden Umfeld zu trainieren und sich an den Druck zu gewöhnen.

Der eingerichtete Arbeitsplatz der Teilnehmer

Bei den ersten großen Übungen ging es um Holzverbindungen auf Zeit.
So zum Beispiel eine Zapfenverbindung in 8 Min. Oder eine Schwalbenschwanzverbindung in 12 Min. …
Über die Holzverbindungen haben sie sich dann hin zu einem kleinen zusammengesetzten Objekt (siehe Foto unten) gesteigert.  Als nächstes bauen sie ein komplettes Schreibmöbel …

Alles ordentlich verschleifen, die letzten Sekunden laufen …

Das kleine zusammengesetzte Objekt mit Furnierarbeit

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sie sich bei dem letzten großen Stück schlagen …

Vom Aufmaß bis zur Produktion

Als erstes startet man mit dem Aufmaß. Hier nutzt unsere Firma ein modernes 3D Aufmaßsystem. So erhalten wir ein genaues Bild des Raumes oder der Räumlichkeiten. So wissen wir genau die Winkel, Längen, Höhen, etc. des Raumes. Wir wissen somit genau ob eine Wand schief verläuft oder nicht. Zusätzlich kann man Steckdosen, Heizkörper oder sofern bewusste Rohre erfassen und eintragen. Da unsere Möbel ja schließlich individuell geplant und angefertigt werden, kann man genau diese Informationen sinnvoll für die Planung verwenden. Danach werden einige Kundengespräche geführt, um herauszufinden wie das Möbel zum einen genutzt und zum anderen gestaltet werden soll. Die Gestaltung bezieht sich auf die individuelle Nutzbarkeit, die optische Gestaltung und natürlich der Materialauswahl. Hierbei sind einige Muster und Bilder von bereits entworfenen und gebauten Möbeln sinnvoll. Denn so kann sich der Kunde sein Möbel besser vorstellen und es lassen sich im Vorfeld schon eventuelle Missverständnisse verhindern. Wir können schließlich nicht von unseren Kunden erwarten, dass sie das räumliche und technische Vorstellungsvermögen eines Schreiners oder Architekten haben. Ist der Kunde der Meinung, dass wir verstanden haben was dieser sich vorstellt; und wir haben ebenfalls keine Fragen mehr offen, so geht es endlich an die Planung. Mit einem Zeichenprogramm beginnt man dreidimensional das einzelne Möbel oder ganze Raumlösung zu zeichnen. Hierbei muss man jetzt genau darauf achten, dass zum einen die Kundenwünsche und zum anderen die räumlichen Gegebenheiten eingehalten werden. Natürlich muss man manchmal Kompromisse machen oder man stößt auf eine neue Idee wie der Raum noch besser nutzbar wird. Ist man irgendwann fertig mit den Zeichnungen, so geht es an die Visualisierung. Das heißt man erstellt aus der Zeichnung eine realistische Darstellung des zu bauenden Objektes. Am Ende hat man quasi ein realistisches Bild/Foto auf dem der jetzige Raum mit dem neuen Möbel zu sehen ist. Das Bild sieht jetzt genauso aus wie später das Möbel aussehen wird. Ist der Kunde zufrieden mit der Gestaltung und der Nutzbarkeit, so geht es endlich an die Maschinen…

Moderne Technik auch beim Aufmaß

Und los gehts

So sieht ein aufgenommener Raum dann aus…

Zwei Beispiele unserer Lebensräume

Eine Eckbank mit interessanter Verstaumöglichkeit

Eine Küche im Landhausstil

Unsere Arbeitsräume

Ob eine Apotheke

ein Fotostudio,

oder ein Konferenzraum. Alles ist möglich!

Speziell angefertigte Unikate!

Ein ganz besonderes Exemplar…

Ein Luxusbadmöbel

Wellnessmöbel

Eine Tür brauch jeder

Jetzt melde auch ich mich endlich mal wieder. Nach den Ferien bzw. dem Urlaub bin ich jetzt im Betrieb und ab Freitag dann auch endlich im 2. Lehrjahr. Die erste Arbeitswoche startete gleich interessant mit einer Haustürenmontage.

Wie man später auf den Bildern erkennt, haben wir eine Haustür mit einem Glaselement eingebaut. Viel konnte ich leider noch nicht helfen, da ich ja nicht wusste, wie man eine Tür einbaut, aber ich konnte zuschauen und dabei viel lernen.

Der Rahmen steht schon mal.

Beim Einsetzen der Glasscheibe habe ich erstmal versucht, das Glas vorsichtig  ohne Handschuhe zu heben. ADas ging anfangs auch gut, auch bei den Kollegen. Doch dann habe ich mich gleich dreimal geschnitten: Wer nicht hören will, muss fühlen. Mittlerweile gibt es glücklicherweise auch Saugknöpfe, wie man auf dem unteren Bild sieht. Mit denen kann man sich das Tragen und Einsetzen der Scheibe um ein Vielfaches erleichtern.
Mein Rat: Benutzt die Hilfsmittel, die es euch einfacher machen. Sie sind immerhin nicht umsonst erfunden worden! 🙂

Hier sieht man die Griffe.

Die fertig eingebaute Türe.

Echte Handwerkskunst

In unserem Betrieb gibt es eine Vielzahl an Maschinen, die täglich im Einsatz ist. Dazu gehören beispielsweise die Plattensäge, Kreissäge und die  CNCs. Nicht ganz so oft sind der Dickenhobel und der Abrichthobel in Benutzung. Noch weniger ist leider die Furniersäge und die Furnierfügmaschine im Einsatz, da heutzutage leider viel weniger selber furniert wird. Bei uns im Betrieb wird es aber zum Glück immer noch regelmäßig gemacht und ich bin sehr froh, dass wir die nötigen Maschinen und das nötige Knowhow im Betrieb noch haben. Denn Furnieren ist eine wirkliche Kunst, die nur sehr wenige wirklich beherrschen. Mir persönlich macht es unglaublich viel Spaß. Aber eine Maschine, die leider auch sehr selten genutzt wird, ist bei uns die Drechselbank. Papa und ich sind aber trotzdem der Meinung, dass diese auf jeden Fall im Betrieb bleiben muss. Auch wenn sie sehr sehr selten für Kundenaufträge verwendet wird, nutzen wir die Maschine gerne einmal für private Zwecke. Wenn einem das Drechselfieber einmal gepackt hat, dann muss man einfach immer weitermachen bis das Stück so ist, wie man es gerne hätte. Es ist eine sehr schöne Arbeit, bei der man sehr gefühlvoll arbeiten muss. Geht man mit viel Ruhe und Zeit an die Kunst des Drechseln, so können wunderschöne kleine Objekte entstehen. Leider sehen viele Leute nicht wie viel Arbeit und Zeit in so kleinen feinen Objekten steckt. Daher ist das Drechseln für unseren Betrieb nicht wirtschaftlich, da man so gut wie keinen  Kunden findet, der gewillt ist, diese Arbeit zuzahlen. Doch trotzdem ist es eine tolle handwerkliche Arbeit, die man super in der Freizeit zum Ausgleich betreiben kann. Seht selbst, was man so alles Drechseln kann:

Der eingespannte Holzklotz.

Stück für Stück wird es eine kleine Dose.

Der Deckel wird fein auf die Dose abgestimmt

Und er passt!

Nach dem Ölen ist sie fertig.

Eine Schale entsteht.

Hier ist genug Platz für Obst oder ähnliches 😉

Es werde Licht

Eine unserer  Stammkunden ist eine Schule, die umgeben ist von Bäumen und Gebüschen. Das ist zwar sehr naturnah und sieht super aus, doch es bringt auch Negatives mit sich. Ein paar der Klassenräume beispielsweise sind so nah an den Bäumen, dass an Unterricht ohne künstliche Beleuchtung durch Deckenlampen nicht zu denken ist. Deswegen wurden wir damit beauftragt, Abhilfe zu schaffen. Zusammen mit Dachdeckern und einer Spezialfirma, die sich mit genau solchen Problemen beschäftigt, ist uns dies gelungen. Wir mussten dazu spezielle Röhren durch die Decke „stecken“, die Sonnenstrahlen bündelt und in den Raum schafft – ganz natürlich und ganz ohne Strom. Den Unterschied seht ihr vielleicht in den Bildern – live ist es jedenfalls ein gewaltigerUnterschied 😀

So sah die Decke vor dem „Eingriff“ aus.

Wir haben ein paar Bretter der Deckenvertäfelung herausgenommen, um uns einen Überblick zu verschaffen.

Das erste der Löcher – jetzt müssen die Dachdecker von oben durchkommen.

Ein Durchbruch ist geschafft.

Die erste Röhre ist fertig!

Das Licht ist so hell, dass meine Kamera das Bild dunkler gestellt hat!

Manche Arbeiten müssen auch getan werden …

Es gibt Zeiten, in denen man nach erledigten Projekten auch einmal die Zeit nutzen muss, um wieder Ordnung in der Werkstatt zu schaffen.
So war es auch bei uns an der Zeit, mal wieder klar Schiff zu machen und alle Ansammlungen von Resten und unordentliche Ecken aufzuräumen.
Anschließend musste auch die gesamte Halle bis in jede Ecke gefegt und gewischt werden.

Wischen der großen Hallenflächen mit der Maschine.

Doch es gehört nicht nur das Sauber- und Ordnungmachen dazu.
Viele Werkzeuge müssen auch regelmäßig gepflegt werden und so wurde auch unser kompletter Bestand an Schraubzwingen und Knechten gereinigt und neu geölt.
Jetzt ist alles wieder ordentlich, sodass wir vernünftig arbeiten können und ich bin froh, dass das erstmal für eine Weile so bleibt.

Reinigung der Schraubzwingengewinde.

Exklusive Inneneinrichtung

Fertig furnierte Platten kann jeder Betrieb kaufen, um irgendwelche Korpen bauen. Bei uns ist Handarbeit angesagt, denn das nötige Know-how und die notwendigen Maschinen sind noch vorhanden. Zum Glück gibt es noch Kunden, die diese handwerkliche Arbeit schätzen und bereit sind, dafür zu zahlen.
Neulich haben wir einem Kunden eine wunderschön furnierte Küche entworfen und gebaut. Im Vorfeld waren einige Planungen nötig. Dazu gehörte natürlich auch die Furnierauswahl. Die Planung, Gestaltung, Bau und Montage dieser individuell angepassten Inneneinrichtung ist in der Schreinerei Klinkenberg durchgeführt worden.

Die Furnierauswahl

Das Holz wird der „Indische Apfel „oder auch „Tineo“ genannt

So sieht dann später die fertige Küche aus.

Umlaufende Maserrichtung