Wie die Zeit doch fliegt …

Anfangs war das Gesellenstück noch so weit entfernt, doch mittlerweile kommt auch diese Herausforderung immer näher. Natürlich habe ich zwischendurch immer mal wieder an das Stück gedacht und Ideen gesammelt. Doch so wirklich konkret wurde dies bis vor Kurzem nicht, erst als die Genehmigung zum Gesellenstück anstand. Dort muss man erste Entwürfe und Konstruktionsdetails darstellen und hoffen, dass das Stück genehmigt wird 😉 Da die ersten Ideen schon im Kopf waren und somit grob feststand, was es denn werden soll, war das alles nur halb so wild … Aber viel Arbeit ist es dennoch!

Ja, was soll es denn genau werden?

Es soll eine Formverleimung sein, die furniert wird. Das ganze Teil soll später mit einer Schattenfuge an der Wand aufgehangen werden. So wirkt es, als würde es schwebend an der Wand befestigt sein. Einfach, aber elegant! Die Formverleimung soll den Korpus darstellen. Vor diesem kommt eine furnierte Klappe mit einer kleinen Glasluke. So soll man später schon auf den Inhalt spähen können. Das Innenleben besteht aus einer Ablagefläche und einem Schubkasten. Der eingenutete Zierrücken besteht aus einem LED Flächenlicht, das eine vorstehende bedruckte Glasscheibe beleuchtet.
Vorstellbar? Wahrscheinlich eher nicht, oder? 😉
Damit Ihr Euch einen ersten Eindruck machen könnt, folgen gleich die Bilder 🙂
Nachdem ich mir die Proportionen und Maße überlegt und schon einmal grob skizziert habe, ging es los …

Viel Arbeit liegt vor mir und es geht endlich los!

Eine 3 Tafel Projektion.

Und die Schnitte …

Kleiner Tipp: Die Zeichnungen sind nicht für die spätere Abgabe und entsprechen somit nicht der DIN und sind nicht vollständig! Aber für die Genehmigung reicht es trotzdem aus und ich habe meinen Stempel erhalten! 🙂
Weitere Bilder vom Stück erhaltet Ihr natürlich, sobald ich die Zeichnungen im März DIN-gerecht abgegeben habe und mit dem Stückbau beginnen werde.

EV 36?!

Da wir in unserem Betrieb in der Regel keine klassischen Fenster oder Türen bauen, haben wir vor einiger Zeit einmal ein einzelnes Fenster gebaut, um einen kleinen Einblick zu bekommen

EV 36 – Was heißt das?
EV steht hier für „einfach verglast“. Somit wird nur eine Scheibe in dem Fenster verbaut und nicht mehrere hintereinander, so wie es heutzutage der Fall ist. Es wird zudem auch von einer einfachen, dünnen Scheibe ausgegangen, also alles so simpel wie möglich.

Die „36“ steht für ein Standardmaß. Es bezieht sich auf die Stärke der Rahmenhölzer und der Sprossen des Fensters. Denn so ist es möglich, diese in drei gleich große Teile einzuteilen.
Daraus ergeben sich dann die Höhe des Falzes mit 12 mm, die Einteilung der Schlitz-Zapfen-Verbindung mit je 12 mm und die Einteilung der einzustemmenden Zapfen an den Sprossen.

Als wir mit dem Fenster fertig waren, mussten wir feststellen, dass es sich nicht lohnt, ein einzelnes Fenster zu bauen, da der Fräser so oft verstellt werden muss, um die ganzen verschiedenen Fälze und Schrägen zu fräsen.
Sinnvoller ist es gleich einen ganzen Schwung zu produzieren, da man dann alle Teile hintereinander fräsen kann, dann die Maschine wieder verstellt und weiterfräst.

Schließprobe

 

Ein kleines Nebenprojekt

Hallo liebe Leser,

ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und dass ihr gut ins neue Jahr gekommen seid! Ich habe vor kurzem ein Schneidebrett aus übrig gebliebenen Holzresten gebastelt, das ich euch gerne zeigen möchte. Das Projekt zeigt ganz gut, was man auch aus kleinen Überresten und dem richtigen Werkzeug noch basteln kann!

Übrig geblieben waren ein Ausschnitt einer Arbeitsplatte aus Buche, ein paar Steifen Räuchereiche und ein etwas dickeres Stück Eiche.

Spülbeckenausschnitt Buche, Räuchereiche und Eiche

Erst habe ich mir ein paar Gedanken über Maße, Stärke und Design gemacht. Dann habe ich die Buche gehobelt, da sie mir mit 40mm zu dick war, und mir ein Rechteck aus dem Stück geschnitten.

Designüberlegung – Trocken

Nachdem ich mit dem Design zufrieden war, habe ich die Teile zusammengeleimt und den überschüssigen Leim mit einem feuchten Tuch weggewischt.

Nachdem der Leim getrocknet war, habe ich das Stück noch einmal  gehobelt, um eine gerade Fläche zu erhalten.

Die Kanten habe ich mit dem Kantenfräser gefast, weil ich es schöner fand, als sie nur zu brechen oder zu Runden.

Danach wurde das Brettchen von allen Seiten fein geschliffen, etwas mit Wasser besprüht (damit sich die Fasern aufstellen) und nochmal fein geschliffen, damit diese Fasern sich nicht beim ersten Waschen des Brettes aufstellen.

Nun blieb mir nichts mehr anderes übrig als das Stück zu Ölen und kleine Gummifüße drunter zu schrauben, damit das Brett nicht rutscht oder gar von unten nass wird und sich kesselt 🙂

Das Projekt hat mir Spaß gemacht und wird hoffentlich länger halten als die günstigen Schneidebretter vom Discounter 🙂

Von der Bohle zum Tisch

Es ist wieder soweit! Ein neues Jahr hat begonnen und es hängen wieder jede Menge Auftragszettel an der Wand …
Mein erster Auftrag dieses Jahr war die Herstellung einer Eichentischplatte mit den Maßen 900x900x50 mm. So, der Auftrag ist dann schon einmal bekannt.
Zuerst habe ich die Eichenbohle besäumt und aufgetrennt. Für alle, die es nicht mehr so ganz auf dem Schirm haben: beim Besäumen wird einfach nur die Waldkante vom Rest der Bohle getrennt 😉 Danach habe ich mir drei Riegel mit Übermaß geschnitten. Diese wurden anschließend auf Maß gehobelt und auf genaues Maß geschnitten. Die Kanten der Innenseiten habe ich dann noch flott mit einer 3mm-Fase versehen. Danach ging es auch schon ans Verleimen … über Nacht getrocknet ging es am nächsten Tag den Außenkanten an den Kragen. Jetzt mussten nur noch Löcher in die Unterseite der Tischplatte gebohrt werden. Danach habe ich die Rampa-Muffen in die Löcher eingesetzt. Dort wird später ein individuell angefertigtes Stahltischgestell montiert. Naja, jetzt kam ,,nur noch“ die Oberflächenbehandlung. Und das wichtigste für die Oberflächenbehandlung ist?
Richtig, es ist die genaue Schleifarbeit, die später ein schöne Lack- oder Öloberfläche ermöglicht. Nachdem dies also auch erledigt war, wurde die Eichenplatte nur noch geölt …

Die Löcher für das spätere Gestell sind an der exakt angegebenen Stelle gebohrt.

Die Rampa Muffen sind drin.

Achtung! Frisch geölt 😉

Mein letztes Projekt dieses Jahr

Zum Abschluss des Jahres durfte ich noch einmal ein eigenes Projekt bearbeiten, auf eigene Verantwortung und ohne große Anleitung. Die Aufgabe: 10 Kisten für Lackmuster zu bauen.

Zur Verfügung stand mir ein fertiges Muster, welches ich in ähnlicher Weise nachbauen sollte. Das hieß konkret, die großen Platten in die gewünschten Formate zu schneiden.

Der Deckel lässt sich nach einer Seite herausziehen.

Danach mussten die Gehrungen angesägt werden, um später eine schönere Optik zu erhalten und um es leichter Verleimen zu können.

Schnell noch die Nuten für Boden und Deckel gefräst, sowie das Profil an Deckel und Boden.

Hier werden später die Muster hineingestellt.

Und dann kam eine der schönsten Aufgaben: In jede Kiste mussten vier Lochreihen mit je 17 Löchern gebohrt werden, das heißt 680 Löcher einzeln von Hand bohren …

Um so größer war die Freude als es anschließend ans Verleimen und Verschleifen ging.

Weihnachtsgrüße

Ein Adventsgesteck mal anders! 🙂  Von und für Holzliebhaber

Liebe Weihnachtswünsche

Ein Gedicht für jeden Tag –
Worte, die ein jeder mag.

Lieder, die wir alle singen –
Gedanken, die uns Freude bringen.

Wärme, die wir uns erhoffen –
die Zukunft froh und jedem offen.

Dann ist Weihnacht durch´s ganze Jahr –
ich wünsch mir, dieser Traum wird wahr.

nach B.Honegger

 

Auf diesem Wege und mit diesen Worten wünsche ich Euch heute einen schönen 3. Advent und auch schon schöne Weihnachten sowie erholsame Feiertage! Kommt gut in das neue Jahr 2018. Im neuen Jahr könnt ihr dann wieder neue Beiträge von mir/uns lesen! 🙂

 

Die restlichen Fotos der (endlich) abgeschlossenen Baustelle!

Es ist mal wieder etwas Zeit verstrichen, doch ich wollte euch die Fotos der Baustelle nicht vorenthalten!

Bei diesem Möbel haben wir eng  mit dem Fliesenleger gearbeitet. Der Bauherr wollte einen Waschtisch haben, bei dem die Fliesen auf Gehrung geschnitten sind, um den Anschein einer sehr dicken Steinplatte zu erwecken.

Wie man sehen kann, wollte der Kunde die Möbel so einheitlich wie möglich haben. Alle Waschtische wurden so gebaut, dass sie ähnlich aussehen, jedoch haben zwei Möbel Schubkästen, während der letzte eine Klappe hat, die sich nach unten öffnet.

Dem Kunden war es ebenso wichtig, verschiedene Lichtquellen zu haben: eine normale, die das ganze Bad erleuchtet und eine weitere, die man in der Nacht benutzen kann, um nicht halb zu erblinden 🙂

Der große Schiebetüren Schrank mit Eichenfüllung

Der große Schrank gefällt mir persönlich am meisten, da die Füllungen eine sehr schöne Struktur aufweisen. Dass die Maserung fortlaufend ist, ist meiner Meinung nach noch das I-Tüpfelchen!

Auch bei uns Weihnachtet es sehr!

Auch bei uns wird die Weihnachtszeit so langsam eingeläutet. Allerdings rieselt bei uns noch so gut wie kein Schnee … dafür jedoch umso mehr Späne in der Halle!
Wie kann man denn eine CNC zur Weihnachtszeit gebrauchen?
Nachdem eine Zeit lang programmiert werden musste, könnt Ihr Euch das Ergebnis jetzt gleich einmal genauer ansehen …

Die CNC lässt es ordentlich rieseln bei uns! Kein Schnee, aber trotzdem sehenswert 😉

Was kann das wohl werden…?

Richtig! Es wird wieder einer unserer Deko Elche!

Durch unser selbstentwickeltes Stecksystem lässt sich dieser schnell und problemlos auf- und abbauen …

Auch der spezielle Lack rieselt auf die einzelnen Bauteile … Jetzt kann er sogar draußen aufgestellt werden!

Schauen wir mal, ob der diesjährige Elch wieder genauso schick wie der Alte wird …

Weihnachtsvorbereitung in der Berufsschule

Um die langen Pausen in der Berufsschule sinnvoll zu nutzen, kam mir bei einer Erzgebirgsausstellung die Idee, selbst einmal so eine Figur herzustellen.

Schnell wurde vor der Berufsschule noch ein passendes Stück Linde organisiert und an der Bandsäge grob ausgesägt. Dann konnte es schon losgehen! Ein paar Tage lang schnitzte ich an der Figur, leimte immer wieder ein paar Teile wie Arme oder Füße an, bis er mir dann gegenüber stand.

Ein grober Ausschnitt der Figur nach dem Entwurf

Fertig zum Bemalen

Nun muss er nur noch bemalt werden …

Gestaltete Gesellenstücke

Diese Woche haben wir von unserer Schule aus eine Exkursion zu den „Gestalteten Gesellenstücken“ nach Stuttgart gemacht. Hier durften nur die besten Gesellinnen und Gesellen aus Baden-Württemberg ihre Stücke ausstellen. Es waren sehr interessante und sehr gut durchdachte Gesellenstücke dabei, bei denen ich aber auch immer im Hinterkopf hatte, dass ich 2019 selbst so ein Stück bauen soll und darf. Auffällig bei dieser Ausstellung war, dass der Anteil der Frauen im Handwerk immer größer zu werden scheint, denn in Stuttgart haben mehr Mädchen als Jungen ihr Gesellenstück ausstellen dürfen! Das zu sehen, war für mich eine Ermutigung und ein Ansporn, dass Frauen im Handwerk gar nicht mehr so selten ist, wie man oftmals meint.

Hier ein paar tolle Eindrücke und super gelungene Gesellenstücke:

Eine sehr interessante Idee von Thomas Bloching, Schreinerei Blos Holzart aus Laupheim

Eine humorvolle und kreative Idee als Klappenhalterung – der Meterstab. Von Theresa Dettling, Schreinerinnung Freudenstadt, Schreinerei Bernd Burkhardt, Loßburg-Wittendorf