Wo geht die Reise hin im Tischlerhandwerk?

Diese Frage taucht in Bezug auf die Digitalisierung und Vernetzung immer wieder auf. Denn eines ist klar: Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Prozesses und jeden Tag kommen neue Firmen mit großartigen Ideen auf den Markt, beispielsweise mit durchdachter und innovativer Zeichensoftware, die speziell für die Bedürfnisse von kleinen und mittelständigen Betrieben entwickelt worden ist.

Die Vorteile eines CAD-Programms: Es liefert dem Tischler beim Zeichnen automatisch die Fertigungsdaten der entworfenen Möbel mit.  Wir sprechen hier von Materiallisten und Produktionsdaten für den Maschinenpark. Das alles entsteht meist vollautomatisch, während wir unsere Möbel zeichnen. Zur LIGNA 2019 stellen sich einige Firmen mit ihren Ideen vor. Bei Imos etwa kann der Schreiner unter anderem seine eigenen Möbelkorpusse entwerfen und sie auf seine Website hochladen, während der Kunde das Möbel online  im Rahmen definierter Möglichkeiten (Größe, Korpusmaterial, Beschläge etc.) anpassen oder verändern kann. Sobald der Kunde das Möbel nach seinem Geschmack fertig konfiguriert hat, erhält er direkt ein Angebot und der Schreiner die entsprechenden Fertigungsdaten. Alle Schritte sind aufeinander abgestimmt. Aber Moment mal – mangelt es dem Kunden nicht oft n der nötigen Vorstellungskraft?

Auch hierfür gibt es Lösungen. Mit einer VR-Brille kann der Kunde seine konfigurierten Möbel dreidimensional betrachten und sogar Türen und Schubladen öffnen. Der nächste Schritt wäre dann der Handschuh, mit dem sich Materialien und Oberflächen eines Möbels auch haptisch erfahren lassen.

Wie ihr seht – in der Softwarebranche tut sich wirklich so einiges in puncto Digitalisierung und Vernetzung.  Wer  sich für CAD-/CAM-Programme interessiert, sollte sich also unbedingt auf der LIGNA einmal umschauen. Und wer Freikarten sucht, findet sie hier: www.tischler-schreiner.de/ligna-2019

Super Effekte!

Na, was sagt ihr dazu?

Letzte Woche hatte ich meinen zweiten und letzten Oberflächenkurs, hier durften wir verschiedenste Effektlacke ausprobieren, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist. Der lange Streifen rechts wird Reißlack genannt, man spritzt ihn wie normalen Lack auf die Oberfläche und der vorherige Lack und der Reißlack reagieren miteinander, sodass Risse entstehen. Die Punktewirkung (zweites Quadrat von oben) haben wir mit ganz normalem Lack erzielt, indem wir an der Becherpistole den Druck reduziert haben. Die weiße Fläche (zweites Quadrat von unten) zeigt das Ergebnis einer Übung, bei wir den Druck der Lackpistole selbst einstellen durften. Als Letztes (unterstes Quadrat) haben wir einen Wassertropfeneffekt gemacht. Dafür haben wir Wassertropfen auf die Fläche gespritzt und diese über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag mussten wir die Wassertropfen nur noch fixieren, um sie abriebfest zu machen. Echt toll, welche verschiedenen Effekte man so erreichen kann, oder?

DIY-Buchen-Waldkante

Vor einiger Zeit haben wir ja unter anderem einen Waschtisch aus dem Holz eines Eichenbaums gebaut, den der Kunde vor Jahren selbst auf seinem Grundstück gefällt hat. Nun hatte uns derselbe Kunde mit einem Schreibtisch beauftragt, und auch dieser sollte wieder aus dem Holz eines seiner eigenen Bäume sein. Diesmal jedoch handelte es sich um eine Buche. Er gab uns also die entsprechenden Bohlen zur Weiterverarbeitung, zusammen mit nur groben Maßen für den Tisch. Seine einzige feste Vorgabe war, dass der Tisch eine Waldkante haben sollte, allerdings nicht die echte, weil ihm diese überhaupt nicht gefiel.

Wir haben uns dann darauf geeinigt, einen geraden Schnitt kurz hinter der Waldkante zu machen und diesen dann per Hand so zu bearbeiten, dass es am Ende wie eine echte Waldkante aussieht. Dabei haben wir mit Stecheisen, Stichsäge und Exzenterschleifer gearbeitet.

Es hatte sich etwas seltsam angefühlt, dem schönen Tisch derart zu Leibe zu rücken. Normalerweise versucht man als Tischler ja, gefühlvoll vorzugehen und alles gleichmäßig zu halten. 🙂

Es geht kreativ weiter …

In der letzten Woche haben wir im Kreativlehrgang mit dem zweiten Stück begonnen.
Diesmal stand es unter dem Thema „Ecken und Kanten“ und sollte vorwiegend furniert sein.
Auf dem folgenden Bild ist mein Entwurf für besagtes Stück zu sehen – wie es fertig und im Original aussieht, werde ich allerdings erst im Juli zeigen können.

Für dieses Möbelstück haben wir knapp drei Wochen Zeit. Dafür, dass erst eine Woche um ist, bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich schon geschafft habe.
Im Großen und Ganzen ist fast alles fertig, bis auf die Klappe, die Klappenscharniere und die Oberfläche.
Es ist sehr interessant, selbst auszuprobieren und zu erfahren, wie viel Zeit für so ein Möbelstück geplant werden muss und sich gleichzeitig vor Augen zu führen, wie viel es letztlich tatsächlich in der Herstellung kosten müsste.

Ab auf die Piste!

Vergangene Woche ging es für mich und meine Schülergruppe vom technischen und sozialwirtschaftlichen Gymnasium auf in die Schweiz nach Hasliberg.
Treffpunkt war kurz vor halb sechs vor unserer Schule in Emmendingen, um halb sechs fuhren wir dann los. Nach rund drei Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Jetzt konnte es losgehen! Die meisten von uns stürzten sich mit Skiern oder Snowboards die Pisten hinab, wir aber wollten unsere selbst gebauten Schlitten einweihen.
Hasliberg ist bekannt für seine Schlittenwege, die durch zauberhafte Winterlandschaften führen.
Zunächst ging es erst mal mit der Gondel den Berg hinauf, um zu den für Schlitten ausgewiesene Pisten zu gelangen. Unser Lehrer empfahl uns eine bestimmte Strecke, um den Schlitten einzufahren und lenken zu lernen. Bei einer Linkskurve ist es zum Beispiel wichtig, den rechten Fuß auf das Gestell zu drücken, das Körpergewicht nach links zu verlagern und die linke Hand am Boden entlangzuführen.
Auf den geraden Strecken kam es  zu unserem Leidwesen auch durchaus vor, dass wir den Schlitten ein Stück weit ziehen mussten. Aber das tat dem Riesenspaß,  den wir an diesem Tag hatten, keinen Abbruch.
Nach einiger Zeit hatten wir unsere Schlitten schließlich unter Kontrolle und wagten uns auf steilere Pisten.

Wirklich erstaunlich, wie viel Tempo man bei der Abfahrt draufkriegt!  Das liegt zum einen natürlich am Streckenverlauf, zum anderen aber auch an der Bauweise der Rennrodel. Näheres zu der genauen Herstellung werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge verraten.

LIGNA Preview!

In der Branche allseits bekannt, oder?
Für alle, die noch nichts davon gehört haben, hier eine kleine Erläuterung 😉
LIGNA kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Holz“. Und genau darum geht es: Bei dieser Messe findet ihr alles rund ums Thema Holzverarbeitung. Das Ganze fängt bei der Baumfällung an und geht bis hin zur Oberflächenbehandlung. Genau das zeichnet die LIGNA aus und macht sie zur weltweiten Nummer eins im Bereich der Holzverarbeitungsmessen. Hier tummeln sich alle kleinen und großen Maschinen- , Dienstleistungs- und Softwareunternehmen mit jeder Menge spannender Neuheiten im Gepäck.
Da ich ab sofort auch als Blogger für die LIGNA arbeite, bin ich ganz nah dran am Messegeschehen – und nehme euch gleich mit!

Willkommen bei der LIGNA Preview!

Die LIGNA Preview startete wie gewohnt am 05.02.2019 in Hannover mit einer Pressekonferenz. Hier wurde  deutlich, dass die LIGNA 2019 im Bereich der Forstwirtschaft, Sägewerkstechnik, Plattenwerkstoff-Herstellung, Holzverarbeitungsmaschinen, Oberflächentechnik und der Automation und Robotik einiges zu bieten hat.

Stellen wir uns doch mal vor, wir haben einen gut aufgestellten Maschinenpark und jede Menge Arbeit. Was brauchen wir da alles, um loszulegen?
Na klar – Strom, und das benötigte Material usw. , das sollten wir alles haben. Aber um mit den Maschinen arbeiten zu können, brauche ich Werkzeuge, richtig?
Und genau bei den Werkzeugen geht die Digitalisierung und Vernetzung schon los.
Langweilig? – Auf keinen Fall!
Das ständige Wechseln meiner Sägeblätter, Bohrer und Fräser ist aufwendig und zum Teil sehr zeitintensiv. Denn irgendetwas ist immer zu tun: Entweder muss ich noch den Vorritzer dem Sägeblatt zuordnen, einen Fräser einmessen oder, oder, oder.
Und genau hierbei hilft uns die Digitalisierung.

Bei der Firma Leitz werden zum Beispiel die einzelnen Werkzeuge mithilfe eines Datenchips zuordnungsbar gemacht. So können Werkzeuge nicht mehr verwechselt werden und man kann direkt erfassen, in welchem Zustand das Werkzeug ist.
Meine Maschinen wissen somit voll automatisch, welches Werkzeug sie verwenden und wann es zum Schärf-Dienst muss. Wahnsinn, oder?

Apropos Maschinen …

HOMAG kommt dieses Jahr mit vielen Verbesserungen und Neuheiten speziell für Handwerksbetriebe zur LIGNA. Gerade mittelständische Unternehmen sollen es in Zukunft durch neue Software, einen besseren Datenfluss und intelligente Maschinenvernetzungen der Firma HOMAG um einiges leichter haben.

Lust auf die LIGNA bekommen?
Dann besucht sie doch dieses Jahr und schaut euch auch den LIGNA Blog etwas genauer an.
Aber natürlich werde ich euch auch hier auf dem Blog weiter über die weltweit führende Maschinen-Hightech-Messe im Bereich der Holzverarbeitung auf dem Laufenden halten 😉

 

 

Erstes Stück im Kreativlehrgang – Was wird es wohl werden?

Nun ist es endlich so weit, die ersten zwei Wochen des Kreativlehrgangs beginnen.
In dieser Zeit bauen wir ein Stück mit folgenden Vorgaben:
Es soll ein Handtuchhalter werden, überwiegend aus Vollholz gefertigt.

Unter den Entwürfen der anderen Teilnehmer sind sehr viele schöne Ideen, und es ist interessant, zuzusehen, wie sie Stück für Stück Gestalt annehmen.
Auch ich selbst bin froh, dass bis jetzt alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe.
Allerdings werde ich noch keine Bilder zeigen, die zu viel verraten. Im Juli werden alle Stücke im Rahmen einer Ausstellung gezeigt – dort mache ich dann von allen Fotos.

Fürs Erste gibt es also nur ein paar Detailaufnahmen.